Erfahrungsbericht eines TAs aus dem Krankenhaus Waiern in Feldkirchen
Das Krankenhaus Waiern als Bezirkskrankenhaus von Feldkirchen beherbergt drei Abteilungen: eine Interne, eine Geriatrie und eine Psychosomatik. Insgesamt stehen 66 Betten zur Verfügung, welche zu jeweils einem Drittel den Abteilungen zugeordnet sind. Neben den Stationen gibt es noch eine Ambulanz, über welche sowohl geplante Zugänge wie auch Akutpatienten behandelt werden.
Das ärztliche Team besteht aus insgesamt fünf OberärztInnen und vier AssistenzärztInnen, welche hauptsächlich die Stationen führen. Ein Oberarzt ist immer der Ambulanz zugeordnet und erster Ansprechpartner für die dort tätigen Turnusärzte. Das Team der Turnusärzte besteht aus vier Personen. Hieraus ergibt sich eine hohe Frequenz an Haupt- und Beidiensten (ca. 7 Haupt und 6 Beidienste pro Monat). Durch die geschickte Arbeitszeitenregelung, bei welcher nur ein Hauptdienst (8:00 – 10:00, 26h) und ein Beidienst (8:00 – 14:00, 6h) anwesend sind, relativiert sich die Arbeitsbelastung.
Im Klartext: ein Turnuskollege geht um 10:00 aus dem Nachtdienst, einer hat den Haupt-, einer den Beidienst, und ein Kollege hat frei. Der Dienst beginnt wie bereits erwähnt um 8:00 mit der Morgenbesprechung. Hier stellen die TurnusärztInnen die am Vortag und während der Nacht aufgenommenen Patienten vor. Nach der Besprechung ist die Stationsarbeit zu erledigen (Infusionen, Venenwege,…), welche sich allerdings meist in Grenzen hält und zu dritt rasch erledigt werden kann. Die eigentliche Hauptaufgabe der Turnusärzte ist die Versorgung der Ambulanz. Hier geht es hauptsächlich um Anamnese und Status, sowie ordern eines Blutbildes oder Lungenröntgens etc.
Ein großes Plus ist die Möglichkeit jederzeit (auch nachts!) Rat beim diensthabenden Fach- oder Assistenzarzt einholen zu können. Fragen sind erwünscht und werden immer gerne und gut beantwortet. Je nach eigenem Interesse kann man auch Untersuchungstechniken wie Abdomen-Sonographie oder Echokardiographie erlernen (riesen Vorteil gegenüber anderen Häusern!). Man fühlt sich im äußerst kollegialen Team sehr gut integriert und ernst genommen.
Nach all dem Positiven nun auch zu den eher negativen Seiten. Leider hat man auch hier, wie in den meisten Häusern, „administrative“ Tätigkeiten auszuführen. Auch wenn sich diese in Grenzen halten. Leider gibt es kein elektronisches Kurvensystem, sodass der diensthabende Turnusarzt jeweils die Kurven weiterschreiben muss, was sich am Computer leicht mit copy & paste erledigen ließe.
Ein weiteres Manko ist, dass man wirklich nur Interne als Fach angerechnet bekommt und nicht die Möglichkeit hat über Konsiliarärzte weitere Ausbildungszeiten wie etwa Neurologie etc. zu absolvieren, wie dies in anderen Häusern üblich ist. Leider gibt es auch kein Turnusärzte-Austauschprogramm mit anderen Häusern, sodass man sich frühzeitig um eine weitere Stelle in einem anderen Krankenhaus bewerben sollte um nach Abschluss der Ausbildungszeit am Krankenhaus Waiern nahtlos weiter beschäftigt zu bleiben.
Alles in Allem bekommt man eine gute Übersicht über die internistische Basis und hat die Möglichkeit sich einige sehr nützliche Fertigkeiten aneignen zu können.
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