Erfahrungsbericht aus Deutschland

Hier erzählt uns eine Kollegin, die wir mit Hilfe unserer Personalberaterin nach Thüringen erfolgreich vermitteln konnten, den Ablauf und ihre ersten Tage im Spital. Wir freuen uns sehr für sie und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft.

Ich habe mein Medizinstudium in Innsbruck im Juli 2010 beendet und war seitdem auf der Suche nach einer Turnusstelle in meiner Region, Tirol. Turnus ist die dreijährige Ausbildungszeit zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Österreich. Leider standen meine Chancen schlecht, denn egal wo ich mich vorstellte hieß es:" Wir haben Wartezeiten von zwei bis drei Jahren. Bitte melden Sie sich in einem halben Jahr wieder bei uns." Also startete ich meine Suche nach einer Assistentenstelle übers Internet. Inzwischen war es September geworden und ich hatte immer noch keinen Job.

Es wurde finanziell langsam eng, denn das Stipendium von der Uni war mit Ende des Studiums auch zu ende. Ich konnte mir auch nicht vorstellen nach Deutschland zu ziehen , wo angeblich das Schlaraffenland für junge Ärzte sein soll. Mittlerweile war es Oktober. Mein Handy läutete und Frau Körner war dran. Sie reagierte auf meine Internetsuche und bot mir eine Assistenzarztstelle für Allgemeine- und Innere Medizin in Thüringen an. Die Stelle ist ab sofort zu besetzen.

Sie lud mich zu einem Vorstellungsgespräch ein. Im November fuhr ich in Begleitung meiner Freundin nach Thüringen, Hildburghausen zu den Henneberg Kliniken. Von Innsbruck ungefähr 500 km entfernt. In fünf Stunden waren wir da. Wir trafen Frau Körner um 12.00 Uhr in der Cafeteria der Klinik. Bei einer Tasse Kaffee erklärte sie mir die Formalitäten und um 13.00 Uhr trafen wir  meinen zukünftigen Chefarzt Prof. Dr. Med. Körner, Gastroenterologie. Das Vorstellungsgespräch lief entspannt und freundlich ab. Ich hatte ausreichend Zeit für meine Fragen. Insgesamt nahm sich Prof. Körner gut eine Stunde Zeit für das Vorstellungsgespräch. Anschließend dann, ca. 14.00 Uhr führte uns Frau Körner von job-consult durch den Ort und zeigte uns die nähere Umgebung. Ich fand das ausgesprochen nett, so fand ich dann später auch die wichtigen Adressen, wie z.B Krankenversicherung, etc. ganz leicht wieder.

Am Nachmittag , ca 15.00 Uhr setzten wir uns nochmal in der Cafeteria der Klinik zusammen und erledigten die schriftlichen Formalitäten. Frau Körner gab mir auch eine Liste mit den noch notwendigen Dokumenten, um die Approbation beantragen zu können. Später dann fuhr Sie mit uns nach Coburg. Das ist die nächstgrößere Stadt, ca. 20 km entfernt von Hildburghausen. Hier hat Frau Körner für uns ein Hotelzimmer gebucht. Es wurden sämtlich Spesen, Anreisekosten, Mittagessen, Hotel, seitens der Personalagentur übernommen. Im Hotel haben wir uns dann verabschiedet. Meine Freundin und ich sind nach einem guten Frühstück am nächsten Morgen nach Hause gefahren. 

Wie gings weiter? Frau Körner blieb mit mir in engen email- Kontakt. Die Zusage kam per email und ich war wirklich glücklich darüber. Mit der Post kam der Arbeitsvertrag, den ich natürlich unterschrieben zurückschickte. Ich organisierte alle Dokumente, die nötig waren, um in Deutschland die Approbation zu beantragen. Das dauerte einige Tage. Die Weihnachtszeit rückte immer näher und damit die Feiertage. Schließlich kamen alle Dokumente noch rechtzeitig, so dass ich zum angegebenen Termin am 17.01.2011 in den Henneberg Kliniken anfangen konnte. 

Ich reiste am 12.01.2011 an. Meine Freundin begleitete mich wieder. Wir kamen mit dem Zug und mit den Koffern war ich froh um ihre Hilfe. Am Bahnhof Hildburghausen wurden wir mit Auto abgeholt. Wir fuhren direkt in meine Wohnung. Die Klinik hatte mir über die Personalabteilung, Frau Bahr und Frau Schramm von der Verwaltung ein möbliertes Appartement angemietet. Die Klinik ist von hier aus zu Fuß in 10 Min. zu erreichen. Ich bekam die Wohnungsschlüssel und zog ein. Am nächsten Tag war ich mit Frau Körner an der Klinik verabredet. Sie fuhr mit mir nach Weimar die Approbation abholen und nach Jena, auf die Landesärztekammer Thüringen, für die Eintragung in die Ärztekammerliste.  

Ich bin Frau Körner überaus dankbar. Ohne ihre Hilfe hätte ich nie so schnell einen Job bekommen. Die ganze Bürokratie hätte ich ohne sie niemals so zügig abwickeln können. Frau Körner hat alle Termine geplant und mich sogar noch persönlich hin gebracht. Sie hat es mir wirklich leicht gemacht, den Schritt von Österreich nach Deutschland zu gehen.

Mein erster Tag in der Klinik

Ich bin für drei monate auf der Gastroenterologie eingeteilt.

Ich bekam Arbeitskleidung, Schlüssel, Decthandy. Um 7.30 Uhr bin ich mit dem ärztlichen Direktor, Chefarzt Dr. Langer verabredet. Er holt mich an der Rezeption ab, wir gehen in sein Büro. Dort treffe ich eine weitere neue Assistenzärztin aus Rumänien. Dr. Langer unterrichtet uns in den Klinikleitlinien, Sicherheitsvorschriften und Belehrungsplan. Anschließend übergibt er uns an den leitenden OA Dr. Stück, Gastroenterologie. Dr. Stück zeigt uns die ganze Klinik. Überaus geduldig Stockwerk für Stockwerk, Abteilung für Abteilung. Mittlerweile schon 13.00 Uhr. Röntgenbesprechung im 1. Stk., jeden Tag. Anschließend 14.00 Uhr Visite. Um 16.00 Uhr ist Feierabend. Heute aber Pflichtfortbildung um 16.00 Uhr im Nebengebäude bis ca. 17.00 Uhr.

Mein zweiter Tag

Arbeitsbeginn 7.15 Uhr Frühbesprechung im 1.Stk. Anschließend Visite mit OA Dr. Stück und den anderen Assistenten. Habe einen Patienten aufgenommen, Blut abgenommen und Flexülen gelegt. Ich versuche mich am PC, habe noch kein Password, soll es aber morgen bekommen.

Mein dritter Tag

Arbeitsbeginn 7.15 Uhr. Frühbesprechung, dann Visite. Wir haben 49 Patienten. Davon 25 gastroenterologische, 24 geriatrische Patienten. ich habe zwei Patienten aufgenommen, zwei Ports angestochen, Blut abgenommen. Aufklärungen für ERCP, CT, Endosono gemacht. Meine zwei Assistentinnen auf der Station sind sehr nett und hilfsbereit. Sie sind beide schon drei Jahre in der Klinik und helfen mir sehr. Heute habe ich das Password für den PC bekommen.

Mein vierter Tag

Vormittag wie vorher, bis 11.00 Uhr Visite. Heute haben wir eine Videocamera versenkt. Chefarzt Prof. Dr. Körner hat eine knifflige ERCP gemeistert. Ich versuche mich im PC- Programm. 15.00 Uhr Chefarzt- Visite. 16.00 Uhr Schluß

Freitag, fünfter Tag

So schnell ist eine Woche um. Vormittag wie vorher. Mache mit einer Assistentin die Visite, Aufnahmen, Aufklärungen, Flexülen, Blutabnahmen. Schluß 14.45 Uhr. Nächste Woche werde ich mich am Diktiergerät versuchen.

 
Online: 13 Benutzer, 43 Gäste