FA Anästhesie + Kinderwunsch - wann sagen??
Hallo!
Ich bin in der FA für Anästhesie und überlege nun so langsam mein 2. Kind zu bekommen (das 1. kam schon im Studium, da war alles natürlich unkomplizierter).
Ich arbeite in einem ambulanten OP-Bereich, hauptsächlich Larynxmasken-Narkosen, aber natürlich sonst auch alles von der ITN bis zur Spinalen.
Nun meine Frage: was passiert wenn ich schwanger werde? Wie hoch ist die Narkosegasbelastung wirklich?
War damals nur das Halothan teratogen? (Wir machen nur Sevofluran / Lachgas Narkosen. Das Lachgas könnte ich ja weglassen, ist glaube ich auch teratogen, oder? und mehr Sufenta geben, bleibt aber noch das Sevoflurane übrig - und das schwirrt mir bei undichten LMA's schon als um die Ohren).
Ich überlege halt ob ich deshalb meinem Chef quasi sobald ich einen pos. SS-Test in der Hand halte in der 4-/5. Woche schon bescheid geben muss. Wie blöd mit einer Abgangs-Wahrscheinlich von bis zu 33.% bis zur 12. SSW!
Blutabnahmen, Zugänge, Plexen und SPA's würde ich auch in der Schwangerschaft weitermachen, aber dieses Narkosegas beunruhigt mich doch. Weiß da wer was genaueres?
V.a. was passiert dann mit mir? Darf ich dann nur noch Spätdienste machen in denen bei uns hauptsächlich prämediziert wird? Abgesehen davon dass ich fast sterben würde vor Langeweile, habe ich dann probleme zwecks Kind Nr.1. Kann nciht jeden Abend erst um 20 Uhr nach Hause kommen.....
Ist wer von euch in der Anästhesie und hat da Erfahrung?
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ad Lachgas: Wir verwenden im Kreissaal noch Lachgasgemische als Analgetikum während der Geburt. Schwangere Chirunrgen stehen auch noch (solange sie selber noch im Stande sind die körperliche Belastung einer normalen längeren OP durchzuhalten) im OP und operieren. Klar, dass die Anästhesie mehr abbekommt, aber trotzdem stehen beide im gleichen Saal.
vor der 12 woche würd ich gar nix sagen...
lg
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hi tara,
die entscheidung, wann du es sagst liegt alleine bei Dir... bei uns war mal ne OP Schwester schwanger, da durften wir nur TIVA-Narkosen fahren, geht ja auch, auch wenn ich die Gasnarkosen, erst recht mit Lachgas eleganter finde
Aber TIVA geht ja auch ganz gut bei vielen Eingriffen und dann gibts keine Gasbelastung für Dich... weiters musst Du natürlich noch extrem aufpassen (und das denke ich ist wesentlich gefährlicher), wenn Ihr Röntgenbilder schiesst im Saal... und wenn Du Dich versehentlich mit etwas stichst (ok, kommt selten vor), kannst Dir auch was Blödes einfangen, was fürs Kind ungesund sein kann (zb CMV)... letztlich ist die Medizin immer ein bisschen mit Risiko verbunden, wenn man schwanger ist - leider...
in dubio pro "tubo"... (Antwort des OA auf meine Frage, ob ich den Patienten Intubieren soll...)
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Wenn du schwanger bist, dann musst du doch vermutlich zum Betriebsarzt. Dieser schreibt dann auf, welchen Gefahren dich dein Arbeitsgeber (nicht) aussetzen darf. Dies basiert auf einer Risikoanalyse, die der Arbeitsgeber mit einer Sicherheitsfachkraft und einem Betriebsarzt erstellt hat. Die gesetzlich vorgeschriebenen Punkte werden dann auf alle Faelle durch den Arbeitsgeber zu erfuellen sein (in Belgien beispielsweise keine Nachtdienste ab dem sechten Schwangerschaftsmonat, keine Strahlung...). Ist in den verschiedenen Krankenhaeusern und Staaten jedoch meist sehr unterschiedlich geregelt
, da solche Praeventionsmassnahmen sehr vom Gesetz abhaengig sind. Je nachdem welche Optionen ein Arbeitsgeber hat (Zum Bsp. Einsetzen an einem anderen risikoaermeren Arbeitsplatz oder direkte Entfernung vom Arbeitsplatz waehrend der Schwangerschaft => Das Letztere duerfte wohl kaum vorkommen). Die meisten Arbeitsgeber erfuellen leider nur das absolute gesetzliche Minimum, welche oft auch nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft stehen (Gesetze hinken hinterher...). Den noetigen Gesetzestext duerftest du bei der Gewerkschaft oder AUVA erhalten koennen.
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Das mit dem Betriebsarzt ist ne gute Idee! Ich muss eh nochmal zur Hep-B-Titer-Bestimmung hin, dann frage ich ihn gleich mal!
Am liebsten würde ich vor der 12. SSW auch nix sagen, aber auf der anderen seite sind es halt genau die ersten 3 Monate indenen alles angelegt wird, in denen der Embryo also besonders anfällig ist! Da hätte ich ein besseres Gefühl Gas-Narkosen im 5. Monat zu machen wie im 2.....
TIVA's sind natürlich ne Alternative, gegen die mein Chef auch sicherlich nichts hätte. Aber begründen müsste ich schon, warum ich auf einmal nur noch TIVA'S mache. Die machen wir allgemein sehr selten und wenn meist auch mit etwas Sevoflurane dabei. Sprich: das würde auch Aufsehen erregen, sodass ich schon sagen müsste dass ich schwanger bin.
Schwierig alles.
Bin mal gespannt was der Betriebsarzt sagt! Danke für Eure Tipps erstmal!
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bei uns im haus werden schwangere sofort vom op abgezogen. du darfst auch keine invasiven sachen mehr machen, eine liebe freundin wurde in die schmerzambulanz versetzt und dann freigestellt. ich weiß von einigen befreundeten anästhesistinnen daß sie aborte hatten.
allein aus selbstschutz würd ich mich niemals der gefahr aussetzen und weiter blut abnehmen. alles gute dir!
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hat aber nix mit selbstschutz zu tun, geht um schutz des kindes.
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allein aus selbstschutz würd ich mich niemals der gefahr aussetzen und weiter blut abnehmen. alles gute dir!
Du wuerdest nie waehrend der Schwangerschaft abnehmen? Vermute mal, dass dies vom Arbeitsgeber sogar als Arbeitsverweigerung angesehen wird. Kenne in Belgien kein Krankenhaus, wo eine Krankenschwester etc. waehrend ihrer Schwangerschaft kein Blut mehr abnimmt. Jedoch ist die Gesetzgebung in Oesterreich eine andere.
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da hätte das krankenhaus vor dem arbeitsgericht aber extrem schlechte karten.
wenn du schwanger bist, hast du definitiv das recht, blutabnahmen zu verweigern (und ja, ich kenne stationen wo die schwestern das auch durchziehen).
dass du dir damit keine freunde machst ist klar, aber das RECHT dazu hast du.
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goldi: mir wurde es sogar explizit verboten vom betriebsarzt, also nix mit arbeitsverweigerung. ich würd auch nie wieder in einem op arbeiten wenn ich noch mal ein kind bekommen würd.
und selbstschutz bezog ich auf mich und das kind.
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entscheide nach mütterlichem instinkt...da ist die sache dann eh klar 
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@ Paraskewi:
An sich gebe ich dir total recht. Es gibt auch Betriebsaerzte, die der Meinung sind, dass Schwangere absolut vom Krankenhaus entfernt werden sollten. Man sollte nebenbei auch die Insulinpens nicht unterschaetzen http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18950277 . Allerdings muss ich zugeben, dass wir es auf unserem Dienst nie so expizit aufschreiben. Wir geben immer an, dass die betroffene Person keine Handlungen ausfuehren darf, welche ein Risiko auf bestimmte Infektionen, chem. Stoffe etc. beinnhaltet (siehe Gesezt XY). Anders schreibt man sich erstens den Finger wund. Fernner kommt dann der Arbeitsgeber (AG) doch noch und argumentiert: "Blut abnehmen nicht, aber Insulinpen geben schon etc.". Ausserdem kann ein Betriebsarzt nicht jeden Patienten auf einer Abteilung kennen (der eine ist infektioes, der andere nicht etc.). Die meisten AG probieren echt mit allen Mitteln, um die Gesetze zu umgehen. Ueberrascht war ich aber deshalb, weil viele Krankenschwestern etc. mir doch erzaehlen, dass sie Blut abnehmen (obwohl sie es nicht muessten). Und nur sehr wenige Personen gehen auf Konfrontationskurs mit dem AG, da sie sonst nach der Schwangerschaft den Job los sind.
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In der 1. SS habe ich in den pratischen Tertialen auch Blutabnahmen gemacht und Zugänge gelegt. Ich persönlich finde, wenn ich diese Tätigkeiten bewusst und in Ruhe mache, dann muss wirklich viel passieren bevor man sich sticht. Und dieses Bewusstsein ist in der SS da. Bei mir zum mindest.
Gesetzlich weiß ich dass mein AG (ich arbeite in D) eigentlich dazu verpflichtet ist mir all diese Tätitgkeiten explizit zu verbieten. Wenn eine Kontrolle käme (bei einer Freundin kam tatsächlich eine in die Klinik), könnte er sonst Probleme bekommen. Vermutlich würde er es mir aber auf meinen Wunsch hin schon gestatten.
Das ist für mich alles nicht so das Problem, ich denke, wenn eine SS offiziell ist finden sich Wege diese gut zu schützen (mit TIVA's, vielen Regionalanästhesien, Abwesenheit beim Einsetzen von Röntgen, und leider vermutlich vielen langweiligen Spätdiesenten zum Prämedizieren).
Was mich am meisten beschäftigt ist folgende Situation: wenn ich am 28. Zyklustag einen pos. SST in der Hand halte - wo man noch nicht man einen schwarzen Punkt im US sehen kann (den vor der 6./7. SSW zu machen ist ja ziemlich sinnlos). was mache ich in diesen 2-3 Wochen bis zum 1. Gyn-Termin? Da kann ich mir meiner SS ja nichtmal sicher sein.
Ich überlge ob ich es da halt auf das "Alles-oder-Nichts"-Gesetz ankommen lassen soll, bzw. erstmal nur die 2 Schwestern die uns einteilen informiere. Von den 30% der Kinder die bis zur 12. SSW abgehen, gehen doch bestimmt 80% bis zur 6./7. SSW ab......das macht mri am meisten Kopfzerbrechen....
Wie würdet ihr das handhaben? Wie haben das andere Anästhesistinnen gehandhabt? Wann haben sie wem bescheid gesagt?
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als meine anästhesie freundin erfuhr daß sie schwanger ist (sie wußte es ab der 6. woche) ist sie bis zum ersten gyn termin in krankenstand gegangen und als sie am us gesehen hat daß die SS intakt war hat sie es sofort dem arbeitgeber gemeldet. da auch sie viele kolleginnen kennt die trotzdem im op weitergearbeitet haben und einen abort hatten wollte sie überhaupt kein risiko eingehen.
ich persönlich habe auch blut abgenommen aber wohl war mir nie dabei, nicht wegen mir sondern wegen meinem kind. ich bin auch weiterhin im op gestanden und mein kind hat eine nierenfehlbildung. somit fällt das risiko eingehen und "es wird schon nix sein" in zukunft zu 100% flach. nie wieder würd ich es machen wegen keiner op und keinem AG der welt.
und während der sinnlos tertiale hätt ich das so oder so nicht gemacht. ach ja ich würds auch niemals einer schwester erzählen bevor es mein chef weiß. das getratsche in einem krankenhaus trägt das sehr schnell zum chef.
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ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich momentan in einer praxisklinik / ambulatorium arbeite.
es ist größenmäßig also absolut nicht mit einem krankenhaus zu vergleichen. wir haben nur 4 chirurgen und 5 op-säle in denen wir ambulante op's machen. somit stehen wir uns alle ziemlich nah. nächste woche hab ich einen gyn-termin und werde sie mal um rat fragen. fände aber die möglichkeit bis zur feststellung einer SS "gedeckt" zu werden fast am besten.
zu hören das dein kind eine nierenfehlbildung hat schreckt mich natürlich schon ziemlich ab. ich find es sooooo schwierig! in den krankenstand zu gehen ohne krank zu sein finde ich dem AG gg.-über betrug! dann lieber gleich sagen und mitteilen das er eh weiß dass es zu 30 % abgeht.....
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Habe die SS übrigens in der 7. Woche NACH erkennbarer Herzaktion gemeldet (bis dahin habe ich es geschafft durch Diensttausch's mich aus dem OP fernzuhalten), was sich als sehr positiv rausgestellt hat! Ich bekomme jetzt einen eigenen gasfreien Saal und kann mich da mit RÄ und TIVA's austoben. Versuche mich nun also auf dem Weg Meisterin der Spinal- und Plexusanästhesien zu werden 
Danke nochmal für eure Tipps!
Lg, Tara
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gratuliere! wünsch dir eine komplikationslose schöne schwangerschaft!!!
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ach so: haben übrigens nur halb-offene Systeme, den Primus und den Sulla. Keinen komplett geschlossenen Zeus.