Fragwürdige Aussagen von Professoren?
Bin gerade über einen mir etwas seltsam anmutenden Absatz im neuesten Block 20 Skript gestolpert.
S. 333, Absatz "1. Primär präventiv"
Eugenische Maßnahmen, vor allem gesetzliche Beratung, aber auch freiwillige Sterilisation, wenn wirklich sozialindiziert, müssen natürlich zugänglich sein.
Ohne weitere Ausführung. Natürlich ist es möglich, dass damit nur freiwillige Sterilisation an sich angesprochen wird, aber im Kontext mit der Eugenik am Anfang wirkt es etwas "über's Ziel hinausgeschossen".
Besonders wenn man auf Seite 75 im Skript die Einstellung vom Prof. Aschauer zur Eugenik liest:
"... dass auch heute noch ... eugenische Prinzipien einfließen. Es muss Ziel der Ausbildung von MedizinerInnen sein, diese zu erkennen und dagegen anzukämpfen."
Bin mir nicht sicher, ob ich das vielleicht einfach falsch aufgefasst hab'. Was ist eure Meinung dazu?
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Wie fad ist euch denn?
Während Du hochrot und empört “Chauvinistenschwein” aussprichst, habe ich fast 3 Sekunden Zeit, mir deinen Vorbau mal genauer anzuschauen.
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Hä? was ist denn an der Aussage jetzt fragwürdig? Wenn er jetzt das Wort Eugenik nicht verwendet hätte, würdest du dann hier posten? Glaube es geht dir eher um die Ausdrucksweise als um den Inhalt...
1. Beratungsmöglichkeiten für Leute die Angst haben ein nicht gesundes Kind zu bekommen? - Find ich eine ganz ausgezeichnete Einrichtung. Freiwillige Sterilisation für Leute die keine Kinder (mehr) bekommen wollen? - Jeder wie er selbst meint.
2. Das finde ich ist die persönliche Sache einer jeden Frau was für Kinder sie in die Welt setzen will. Und im Prinzip hat man ja in Zypern gute Erfahrungen damit gemacht Paare vorher zu testen und zu beraten um die Vererbung von Thalassämie zu verhindern.
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Naja. "Eugenische Maßnahmen" in einem Satz mit "sozialindiziert" zu verwenden ist schon mehr als ein bisschen ungeschickt.
@ PoT: Es geht in dem Kapitel um die Prävention psychischer Erkrankungen, also nicht-lebensbedrohlicher Krankheitsbilder. Ist meiner Meinung nach schon was anderes als genetisches Risiko einer klassischen Erbkrankheit.
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Eugenik ist ein heikler Begriff und es kommt halt drauf an wie eng man in definiert. Für manche ist die medizinsische begründete Abtreibung bereits Eugenik.
Ich verbinde Eugenik da eher damit, dass der Genpool mit fragwürdigen Maßnahmen "verbessert" werden soll und zwar nicht im Einzelfall sondern um insgesamt eine Population zu veredeln.
So gesehen ist in meinen Augen die völlig schrankenlose PID wie sie in USA und anderswo praktiziert wird, mit größter Sorgfalt zu betrachten.
Nun ist der Begriff Eugenik ähnlich wie Euthanasie aus bekannten Gründen zurecht belastet und von daher finde ich das erste Zitat sehr fragwürdig. Dann auch noch den Begriff "sozialindiziert" zu verwenden, finde ich völlig verfehlt.
Es gibt Dinge in der Medizin, die den Grundprinzipien des Arztberufes widersprechen. Und "sozialindizierte Eugenik" gehört da dazu. Weil was ist sozialindiziert? Der kostet uns zu viel, den bring ma um?
Ich würde an deiner Stelle mal dem betreffenden Autor eine Mail schreiben und ihn fragen wie er das meint? Vielleicht meint er auch etwas ganz anderes und hat nur wieder mal keine Ahnung was die Begriffe bedeuten? Das wäre ja auf der MUW schon mal nix neues.
What has two thumbs and doesn't give a crap? Bob Kelso! How ya doin'?
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Ich glaube da wird gerade zu viel hineininterpretiert.
Ist mMn ziemlich klar, dass der Autor mit "sozialindiziert" keine gesellschaftspolitischen Interessen wie "der kostet zu viel" in Verbindung bringen wollte, sondern die persönlichen Interessen der Mutter.
Zb. wenn es sich um eine Frau handelt die sich die Pflege eines schwer behinderten Kindes weder finanziell noch zeitlich leisten kann. Sie will/ kann dies nicht mit ihrem Lebensstil vereinbaren und bittet um Rat was sie tun kann - hier wäre nun aufschlussreiche Infromationsgabe zum Thema Abtreibung "sozialindiziert".
Natürlich hätte man das besser formulieren können...
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Ohne den zugehörigen Rest angeführter Zitate gelesen zu haben, finde ich eher das 2. Zitat bedenkenswert. Wäre interessant worum genau es im 2. geht, vielleicht ergibts ja dann mehr Sinn.
Im 1. steht immerhin "wenn wirklich sozialindiziert", das lädt zum Diskurs ein.
Im 2. findet ohne Anführung von Argumenten eine grundsätzliche Ablehnung statt und wie man bereits aus einer SIP Frage wissen könnte sind Dogmen abzulehnen
Keine Frage Eugenik ist ein heikles Thema und die Vergangenheit hat gezeigt was für ein Müll bei Vermischung mit Ideologien wie dem Nationalsozialsimus rauskommen kann.
Doch wenn eine Abtreibung aufgrund schwerer, aber mit dem Leben vereinbaren, Fehlbildungen stattfindet, dann ist das doch in Wirklichkeit bereits Eugenik. Und ich glaube kaum, dass es unser Ziel sein soll, die Autonomie einer werdenden Mutter derart anzugreifen.