Podiumsdiskussion: „Approbation – jetzt endlich sofort nach dem Studium?“

Bei der Eröffnung der MedSuccess am Freitag gab es auch eine Diskussion über die Einführung der Approbation nach dem Studium. Was hier diskutiert wurde, lest in diesem Artikel.

Die Approbation bekommt man bei uns bislang, wenn man den Turnus oder eine Facharztausbildung absolviert hat. Da aber die Ausbildungsplätze in Österreich gemessen an der Zahl der Absolventen knapp sind, würde eine - international gültige - Approbation die Chancen der Medizin-Absolventen auf dem europäischen Arbeitsmarkt erhöhen. Im folgenden wird eine Zusammenfassung der Redebeiträge der einzelnen Teilnehmer gegeben.
Julia Straub (ÖH) kündigte an, dass die ÖH sich weiterhin für eine Approbation nach dem Studium einsetzen werde. Man müsse dafür sorgen, das die Absolventen der österreichischen Universitäten international konkurrenzfähig bleiben.

Magnifizenz Prof. Dr. Schütz (Rektor der MUW) ist der Ansicht, dass das derzeitige Medizinische Curriculum Wien nicht zur Approbationsreife führt. Deswegen seien Änderungen des Curriculums in Planung, die eine Approbationsreife der Absolventen ermöglichen sollen. Der praktische Aspekt soll dabei im Studium noch eine größere Rolle spielen.

Prof. Dr. Körner (Krankenhaus Suhl, Deutschland) hält dem entgegen, dass die österreichischen Absolventen in seinem Krankenhaus den Deutschen gleichgestellt sind und dass die Facharztausbildungen in Deutschland „zu 95 Prozent“ von den österreichischen Ärztekammern anerkannt werden. In Deutschland sei die Approbation nach dem Studium 2004 eingeführt worden, als sich ein Ärztemangel abgezeichnet habe.

Prof. Dr. Schlögel (Gesundheitsministerium) stellte die Approbation nach dem Studium mit der Einführung einer 5 Jahre dauernden Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in einen Zusammenhang. Diese würde den Turnus ersetzen. Es gebe allerdings mit Schwierigkeiten mit der Umsetzung und man könne noch keinen Zeitpunkt festlegen. An eine Approbation nach dem Studium könne man jedenfalls erst denken, wenn der Turnus durch eine EU-konforme Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ersetzt worden wäre.

Dr. Türk (Krankenanstaltenverbund) warnte bei einer Verlängerung der Ausbildung zum Allgemeinmediziner sogar vor längeren Wartezeiten auf den Turnus. Die Ausbildungsplätze seien begrenzt. Wenn man die Ausbildung von 3 auf 5 Jahre verlängerte, könne man noch weniger Absolventen einstellen. Allerdings sei diese Problematik vor allem in Wien vorhanden; in den ländlichen Gebiete gäbe es für den Turnus und die meisten Fächer genug Ausbildungsplätze.

Dr. Halper (Turnusärztevertreter) äußerte sich skeptisch über die Approbation nach dem Studium. Die Wartezeiten für die Facharztausbildungsstellen würden sich nicht ändern und man würde in dieser Wartezeite als approbierter Arzt ohne Ausbildungsverhältnis arbeiten, während man nach dem Turnus zumindest Arzt für Allgemeinmedizin wäre. Dadurch hätte man ein gesichertes Einkommen für den Fall, dass man seine Facharztausbildung aufgibt. Außerdem würden sich die Arbeitsbedingungen durch eine Approbation nicht ändern. Er rief deshalb alle Beteiligten dazu auf, das bestehende System zu verbessern.

Wie erwartet tut sich in dieser Sache momentan nicht allzu viel - man darf gespannt sein wies weitergeht...

Simon Zöllner

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