Blog

Doogie Howser in Wien gesichtet!

Es ist schön zu sehen, dass sich sogar die erfolgreichsten Kollegen - entgegen aller Vorurteile - rührend um ihre Patienten kümmern. Dies kann immer wieder in der Kurzparkzone einer bekannten Einkaufstrasse in Wien Währing beobachtet werden.

Das Allheilmittel

"Herr Doktor, ich fahr jetzt für eine Woche auf Urlaub nach Kroatien und ich brauch' sicherheitshalber ein Medikament mit, falls i wieder Schmerzen im Haxn bekomm." - "Achja, dann zeigen Sie mal her - wo tuts den weh?". "Na, jetzt tut mir eh nix weh, alles super - aber vor ein paar Monaten hab ich so Schmerzen im rechten Fuß gehabt, da hat mir ein Arzt das hier aufgeschrieben und das hat wunderbar gewirkt." Er greift in seine Tasche und holt eine kleine lila-weißfarbene Medikamentenschachtel heraus. Augmentin 1g. Etwas verwirrt schaue ich den Mann an. "Herr K., das ist kein Schmerzmittel, das ist ein Antibiotikum.".

Kokain und Viagra

"Guten Tag Herr K.V., Sie kommen zur Blutabnahme - worum genau gehts?" Mein etwa 60 jähriger erster Patient an diesem Morgen nimmt Platz und packt einen Zettel aus. "Wissen Sie, ich brauche für mein Prostat diese Wert" beginnt er mit feinem britischen Akzent. "Mein Urologe hat gemeint ich soll das kontrollieren, der war bei meinem letzten Besuch bei ihm etwas zu hoch. Ich habe auch etwas Veränderung in meinem Privatleben und ich war auf Flitterwochen. Und nach den Flitterwochen waren meine Frau und ich 2 Wochen etwas Müde - wir haben zwar diese Impfung für Hepatits gemacht, aber ich möchte das trotzdem kontrollieren. Ich zahle das auch selbst - ich bin Anwalt und einmal im Jahr spendiere ich mir das. Und schauen Sie auch die Niere an ob die gut ist."

Die ansteckende Krankheit

Herr F.UO. bitte ins Sprechzimmer B kommen. "Grüß Gott, ich geb ihnen nicht die Hand - ich bin ansteckend!" stürmt der rüstige 62 Jahre alte Mann den Raum. Hm, ok, dann nehmen Sie bitte Platz... da bin ich ja mal gespannt. "Warum sind Sie denn ansteckend?" frage ich dezent nach und wir sinken beide in unsere Stühle. "Ich hab 39° Grad Fieber. Und ich bin eigentlich nur da um mir eine Krankmeldung zu holen. Das Fieber macht mir nix aus - wenn ich 39 Grad hab, is das wie 37 Grad für andere..."

Mit Stolz getragene geistige Umnachtung, fortgesetzte Wundheilungsverläufe, wenige Fortsetzungen und chefärztliche Blüten

Letzte Woche war erstaunlich wenig los (was nicht heißt, daß ich mehr Zeit als in der Woche davor gehabt hätte), Grippe-Verdachtsfall gab es nur einen, der aber schon fast gesundet kam, dafür aber meinen bisher skurrilsten Fall eines Problemes im Umgang mit einem Patienten.

Von Marcoumar-junkies, Wundheilungsverläufen und wo Chefärzte überall ihre Finger hineinstecken wollen

Diese Woche gibt es wenig wirklich Neues (und wie man sieht kam ich aus Zeitgründen erst jetzt zum Schreiben), außer daß mittlerweile kein einziger Grippe-Fall mehr vorkam, und daher folgt nun einer kleinen compliance-bezogenen Falldarstellung die Fortsetzung der Lumbalgieeigentherapie-Fallgeschichte nebst Informationen über das chefärztliche Kontrollverfahren.

Von Lumbalgieeigentherapien und Nahtkünstlern

Nun, werte Leser, diesmal ein wenig später als geplant, aber mein Kurzbesuch eines Professors in einem sehr großen Krankenhaus von Wien führte dazu, daß mich einige vermutlich (der Klinik nach) Rota-Viren (theoretisch kämen auch Noro-Viren infrage, was aufgrund meines Alters auch wahrscheinlicher wäre, aber seit der Einführung der Rota-Virus-Impfung ist mit vermehrtem Auftreten von Reassortanten zu rechnen, weshalb auch das Risiko für Erwachsene steigt) als sehr attraktiv empfanden, und ich die Hälfte der Woche unter beidseitigem Flüssigkeitsverlust zuhause verbringen mußte.

Wie alles begann

oder: Namensschildkosmetik - über die Notwendigkeit das 'cand. med.' durch 'Dr. med.' zu ersetzen

Online: 43 Benutzer, 55 Gäste